Literatur am Abend: Montag, 15. Januar, 20 Uhr
Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Jenny Erpenbeck: "Aller Tage Abend“

Roman über viele Leben
Spannende Konstruktion –Intensiv-Gegen Ende abflachend
Knaus, 284 Seiten


Die Geschichte:
Ein kleines Mädchen stirbt. Der Vater verlässt daraufhin seine Familie und lässt Frau und Großmutter unversorgt zurück. Die Autorin Erpenbeck fragt nun, was gewesen wäre, wenn das Kind überlebt hätte - und beschreibt die fiktive Zukunft.


Das halbjüdische Mädchen wächst in Wien zusammen mit der (in diesem was-wäre-wenn-Ansatz) intakten Familie auf. Sie verliebt sich unglücklich - und bringt sich um. Und wieder fragt Erpenbeck: Was wäre gewesen, wenn das Mädchen überlebt hätte? Die (nun) junge Frau flieht als aktive Kommunistin vor den Nazis aus Österreich nach Moskau - und wird von den Sowjets hingerichtet. Aber vielleicht ist sie ja doch am Leben geblieben.....


Stil & Sprache:
Die Sprache ist direkt und eindringlich, in der Diktion fast brutal, für den Leser oft kaum erträglich.


Plot & Dramaturgie:
Die Technik, viele Geschichten und Leben ineinander zu verschachteln und zu verweben ist interessant und erfordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers.


Bewertung:
Die Jury war gespalten bei der Bewertung des Buches, die eine Hälfte hat es gern gelesen, die andere nicht. Der vielschichtige Aufbau der Geschichte und der durchgehende Spannungsbogen fand jedoch mehrheitlich Anklang. Das Gesamtergebnis lag im Schnitt bei 2,5 Punkten, von 5 möglichen Punkten. (bo, aw)

 

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