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Abb. © Verlag
Buchkritik

Lauren Groff: "Licht und Zorn“

Geschichte einer Ehe aus zwei Perspektiven
Hanser Berlin, 2016, 432 Seiten


In zwei Teilen beschreibt Lauren Groff die Geschichte der Ehe zwischen Lancelot (genannt „Lotto“) und Mathilde Sattherwhite. Ein Roman, dessen Gehalt und wahre Geschichte erst in der zweiten Hälfte des Buches zum Vorschein kommen, da ein Perspektivwechsel ungeahnte Hintergründe aufzeigt.


Autorin
Lauren Groff, 1978 in New York geboren, studierte Literaturwissenschaften und lebt mit ihrer Familie in Florida. Neben zahlreichen Erzählungen veröffentlichte die Autorin die beiden Romane „Die Monster von Templeton“ und „Arcadia“, bevor sie es mit ihrem dritten Roman und Bestseller „Licht und Zorn“ auf die Shortlist des National Book Award und auf viele weitere Jahresbestenlisten schaffte.


Inhalt
Der erste Teil des Romans ist mit „Licht“ überschrieben. Darin wendet sich die US-amerikanische Autorin Lauren Groff der Erzählung über den Verlauf der Ehe aus Lotto’s Sicht zu. Der Leser erhält Einblicke in Lottos Leben mit all seinen familiären Hintergründen und seiner Jugend.
Dabei ist der Lotto, früher ein Frauenheld, ständig auf der Suche nach Liebe und Anerkennung anderer Menschen, ist abhängig von der Bestätigung seines Umfeldes.
Beruflich versucht er sich passenderweise an einer Schauspielkarriere, scheitert jedoch jahrelang an diesem Ziel. Mathilde fängt die ersehnte Anerkennung durch ihren unerschütterlichen Glauben an sein Talent auf, das sie schließlich auch erkennt: Lottos herausragende Stärke ist das Schreiben von Theaterstücken, und so wird er zu einem berühmten und gefeierten Dramatiker.


In der zweiten Hälfte des Romans geht es um Mathilde, die hinter ihrem Lächeln ihren „Zorn“ verbirgt. Dieser Teil liest sich wie eine Antwort auf den ersten Teil: Angerissene Gedanken und offen gebliebene Fragen werden in diesem Teil, der die gesamte Ehe aus der Perspektive von Mathilde aufrollt, beseitigt. Das bisher unvollständige Bild über die Ehe fügt sich langsam wie eine Art Puzzle zusammen und zeigt dem Leser ungeahnte Geschehnisse und insbesondere eine Tiefgründigkeit auf, welche der erste Teil vermissen ließ.


Aufbau
Lauren Groff lässt ihre Protagonisten nicht abwechselnd, sondern nacheinander zu Wort kommen. Dieser ungewöhnliche Perspektivwechsel macht neugierig, wie unterschiedlich zwei liebende Menschen ihre Geschichte erlebt haben. Tatsächlich hat Lotto offenbar auf die wesentlichen Fragen in seiner Ehe nie eine Antwort gefunden. Die wahre Erkenntnis der beiden Persönlichkeiten bleibt allein dem Leser vorbehalten.


Erstaunlich und interessant ist vor allem, wie viele Geheimnisse die Ehe ausgehalten hat, ohne dass die Liebe jemals daran zu zerbrechen drohte. Mathilde hat Lotto nicht nur ihr Vorleben verschwiegen, auch der Grund für die kinderlos gebliebene Ehe und weitere brisante Zusammenhänge werden aufgedeckt.


Bewertung
Der ungewöhnliche Aufbau des Buches erhielt von unserer Gruppe die höchste Bewertung – mit 3,4 von 5 möglichen Punkten. Das Thema wurde mit 3,3 als interessant eingestuft. Stil und Sprache erhielten dagegen nur 2,5 Punkte, da einige den Schreibstil und damit die Lesbarkeit mühsam fanden. Tatsächlich haben auch nicht alle aus unserer Gruppe das Buch fertig gelesen. Möglicherweise wäre die Bewertung ansonsten aufgrund des interessanteren zweiten Teils im Ergebnis besser ausgefallen. In der Gesamtbewertung erreichte “Licht und Zorn“ 3 von 5 möglichen Punkten. (awt)

 

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