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Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Thomas von Steinaecker: "Das Jahr, in dem ich aufhörte mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen“

Eigenartiger bis surrealer Karriere-Roman
S. Fischer, 2012, 389 Seiten


Die Geschichte:
Renate Meißner, Managerin bei der Cavere Versicherung wird nach München versetzt. Diese Karrierefrau, die perfekt gestylt durch Ihr Leben stöckelt, ist über eine Affäre mit einem Ihrer Chefs gestolpert. RM ist zerrissen zwischen ihrem äußeren Auftreten und Ihren inneren Konflikten, ein fast tragische Figur. Angst und Einsamkeit werden im Beruf mit statistischen Elementen kaschiert, ihre Einsatzfähigkeit wird mit Tabletten aufrecht erhalten. Der Tod der Mutter und das Verschwinden des Liebhabers aus Ihrem Leben ziehen ihr den Boden unter den Füssen weg. Mit der Sicherheit entgleitet ihr auch die Realität. Die Paranoia wird durch Renates Künstler-Freundin und deren Happenings genährt, die die Grenzen zwischen Aktion und Kunst verschwimmen lassen. Die Geschichte gleitet endgültig ins Surreale ab, als RM nach Russland reist, um die Versicherung eines Vergnügungsparks einzuleiten.


Stil & Sprache:
Der Stil ist gewöhnungsbedürftig. Steinaecker versucht die Diktion der Versicherungswirtschaft nachzuahmen. Die Sprache ist einfach und direkt und gleitet zeitweise ins Vulgäre ab.


Plot & Dramaturgie:
Der Plot ist interessant, die Figuren glaubwürdig. Das Buch spielt vor dem Hintergrund der beginnenden Finanzkrise. Etwas skurril sind die Unterbrechungen durch Bilder, Zettel sowie die Fußnoten wie „High Heels tragen“.


Gesamtbewertung:
Zehn Juroren unserer Gruppe haben Wertungen von 1 bis 3,5 (von 5 Punkten als Höchstwertung) erteilt. Die Durchschnittsnote liegt bei 2,5. Die Bewertung reicht von „fesselnd“ und „authentisch“ bis zu „simple Sprache. Man musste sich zwingen, weiterzulesen“. Wer sich informieren will, wie die Versicherungswirtschaft tickt, hat hier jedenfalls die passende Lektüre.
(bo)

 

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