melancholisch, eindringlich, unsentimental
Carl Hanser Verlag 2010, 302 Seiten
Eilis lebt in den frühen 50er Jahren mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in einer irischen Kleinstadt, der Vater ist bereits verstorben, ihre Brüder sind nach England ausgewandert. Da sie trotz guter Ausbildung keine angemessene Anstellung findet, wird sie von Mutter und Schwester gedrängt, das Angebot eines nach New York ausgewanderten Priesters anzunehmen, der ihr dort eine gute Stelle und weitere Fortbildungsmöglichkeiten verspricht.
In New York angekommen leidet Eilis unter Heimweh, der strengen Zimmerwirtin und den Intrigen ihrer Mitbewohnerinnen. Sie lernt auf einem Tanzabend den jungen Italiener Tony kennen. Obwohl sie Tony nicht liebt, läßt sie sich von ihm den Hof machen und verspricht ihm, ihn zu heiraten. Als sie nach einem Todesfall in der Familie ihre Mutter in Irland besucht, scheint es ihr für kurze Zeit möglich zu sein, das zu tun, was sie selbst möchte.
Colm Tóibín schildert völlig subjektiv das Leben von Eilis, die egal an welchem Ort den Zwängen ihrer Zeit ausgeliefert ist. (ke)