Literatur am Abend: Montag, 21. Mai 2012, 20 Uhr
Eugen Ruge: In Zeiten abnehmenden Lichts   
Empfehlung

Don De Lillo: "Der Omega Punkt“

Eingebettet in einer Eingangs- und Schlusssequenz über eine Beschreibung der Videoinstallation "24 Hour Psycho" von Douglas Gordan im New Yorker MoMa, die Hitchcocks Psycho verlangsamt auf eine Spielzeit von 24 Stunden zeigt, liegt die Haupthandlung des Romans:   Ein 73-jähriger Gelehrter, Richard Elster, lebt in der kalifornischen Wüste. Nachdem er zwei Jahre lang militärischer Berater der amerikanischen Regierung unter George Bush war, hat er sich zurückgezogen, um über die Welt, ihre Vergangenheit und Zukunft nachzudenken.   Ein junger Filmemacher kommt zu Besuch. Er möchte Elster zu einem Projekt überreden. In einer einzigen, endlos langen Einstellung soll dieser, bloß vor einer Wand stehend, über seine Erfahrungen berichten. Die beiden erhalten Besuch von Elsters Tochter Jessie, bis diese plötzlich spurlos verschwindet – so, wie am Ende des Romans der Betrachter der Videoinstallation glaubt, von ihr aufgesogen zu werden. Gerade mal 110 Seiten, mehr benötigt DeLillo nicht, um mit erzählerischer Wucht über Raum und Zeit zu sinnieren. ()

 

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