Literatur am Abend: Montag, 21. Mai 2012, 20 Uhr
Eugen Ruge: In Zeiten abnehmenden Lichts   
Empfehlung

Eva Baronsky: "Herr Mozart wacht auf“

Überraschend, amüsant, intelligent
Aufbau Verlag, 2009, 319 Seiten


Am Vorabend noch hat er auf dem Sterbebett gelegen. Nun erwacht Wolfgang an einem unbekannten Ort und – wie ihm nach und nach klar wird- in einer fremden Zeit. Die Ungeheuerlichkeit seiner Zeitreise ins Jahr 2006 kann er nur mit einem göttlichen Auftrag erklären: Er soll endlich sein Requiem beenden.

Als wunderlicher Kauz und lebender Anachronismus irrt Wolfgang durch das moderne Wien, wagt nicht mehr, sich Mozart zu nennen und scheitert an U-Bahntüren und fehlenden Ausweisen. Einzig die Musik dient ihm als Kompass, um sich in der erschreckend veränderten Welt zu orientieren. Zur Seite stehen ihm ein polnischer Stehgeiger, das Mädchen Anju und seine Lust, hergebrachte Harmonien auf den Kopf zu stellen. Doch je länger sich Wolfgang in der fremden Zeit aufhält, desto drängender wird die Frage, was ihn erwartet, wenn er das Requiem vollendet hat. (RS)

 

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