Literatur am Abend: Montag, 15. Januar, 20 Uhr
Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Empfehlung

Gabriele Tergit: "Käsebier erobert den Kurfürstendamm “

temporeich, komisch, tragisch
Schöffling, 2016, 398 Seiten


Klappentext: In sechs rauschhaften Wochen schrieb Gabriele Tergit ihren ersten Roman, der sie 1931 mit einem Schlag berühmt machte. Er erzählt von Aufstieg und Fall des Volkssängers Käsebier, den ein Zeitungsreporter in einem billigen Varieté entdeckt. Um Eindruck in seiner Redaktion zu machen, puscht er ihn zum Megastar hoch. Immobilienmakler und Spekulanten hängen sich an den schnellen Ruhm, die gelangweilten Damen der guten Gesellschaft pilgern in die Vorstellungen, Käsebier wird hemmungslos vermarktet.


Gabriele Tergit, die erste deutsche Gerichtsreporterin, ist nicht nur eine unerbittlich genaue, sondern auch mitfühlende Beobachterin. Pointierte und hoch komische Dialoge machen neben der präzisen Schilderung der gesellschaftlichen Milieus – vom Tanzmädchen über den Tischlermeister bis zum Medienmogul – den Reiz ihres Romans aus. Ihr eigener Arbeitsplatz wird dabei besonders unter die Lupe genommen: die Kulturredaktion des Berliner Tageblatts. Berlin, die weit östlich gelegene Stadt, war schon damals ein so idealer wie schwieriger Ort für Kreative.


Bewertung:
1931 erstmals erschienen zeigt „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ ein Bild der Berliner Gesellschaft am Ende der 20er Jahre, das dem Leser immer wieder das Lachen im Hals steckenbleiben lässt. (ke)

 

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