Dramatisch, bewegend, zeitlos.
Fischer, 2007, 567 Seiten.
Vor der spektakulären, soghaften Kulisse der Wasserfälle entwickelt sich die Geschichte der Familie Burnaby von 1950 bis 1978.
Auftakt ist die desolate Hochzeitsnacht zweier in Konventionen und Verklemmtheit erstarrter Endzwanziger, die in diese Verbindung ohne Gefühle füreinander und fast ohne eigenes Zutun gekommen sind und aus der sich der beschämte und verzweifelte Bräutigam nur mit einem selbstmörderischen Sprung in die Fälle „retten“ kann.
Hieraus entwickelt sich das Psychogramm des Paares, dem sich die weitere Geschichte der verlassenen Braut anschließt. Diese wird den Ort ihrer ersten Hochzeitsnacht nicht mehr verlassen, sondern sich drei Monate später hier erneut verheiraten.
Erzählt wird aus der Perspektive des Ehepaars und der drei Kinder aus dieser Ehe. „Alle Dramen sind Familiendramen“ sagt die Autorin und füllt ihren Roman mit prallem Leben. Korruption, bigotte Schicksalsergebenheit, Eifersucht und Liebe sind die Zutaten. (ps)