Literatur am Abend: Montag, 12. März, 20 Uhr
Edna O'Brien - Die kleinen roten Stühle

Abb. © Verlag
Empfehlung

Lauren Groff: "Die Monster von Templeton“

Amerikanisch – Emanzipiert – Saftig
C. H. Beck, 2009, 507 Seiten


Beim Lesen dämmert rasch, warum dieser Erstling Lauren Groff an das Firmament amerikanischer Gegenwartsliteratur katapultiert hat: Im Mikrokosmos einer Kleinstadt handelt Groff vieles ab, was die Historie der USA seit der Zeit der weißen Pioniere zu bieten hat. Dabei unterhält sie ebenso gekonnt, wie sie sich positioniert: Für demokratische Werte und gegen Scheinheiligkeit.


Besonders begeistert ihre Fähigkeit, den Leser auch für ihre zwielichtigsten Figuren zu erwärmen und diverse Formen der Prosa – vom Ich-Erzählen zum Tagebuch über den Briefwechsel bis zum Stream of Conciousness, von Stilelementen wie der Rückblende bis zum magischen Realismus – glaubwürdig zu servieren. Und dabei die Spannung konstant hoch zu halten.


Klappentext:
"An dem Tag, als ich, knietief in der Schande, nach Templeton zurückkehrte, tauchte im Flimmerspiegelsee der über fünfzehn Meter lange Kadaver eines Ungeheuers auf."


So beginnt "Die Monster von Templeton", ein Roman, der zwei Jahrhunderte umspannt: einerseits berichtet er in der Gegenwart von der Suche eines Mädchens, Willie, nach ihrem Vater, andererseits ist es ein historischer Roman, schließlich ein Schauerroman - alles in allem erzählt er voller Spannung und Zauber davon, wie sich die Geheimnisse einer Familie in einer einzigen Stadt manifestieren. Indem Willie versucht, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden, taucht sie in die Geheimnisse ihrer Familie ein.


Sie entdeckt Briefe, Zeitungsartikel und Tagebücher, und die Toten scheinen aufzuerstehen, um ihre Geschichten zu erzählen, dunkle Rätsel treten zu Tage, Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen ineinander, alte Geschichten können endlich zu einem friedlichen Ende kommen, während die schockierende Wahrheit über mehr als ein Monster gelüftet wird.

(ak)

 

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