Literatur am Abend: Montag, 21. Mai 2012, 20 Uhr
Eugen Ruge: In Zeiten abnehmenden Lichts   
Empfehlung

Laurent Quintreau: "Und morgen bin ich dran“

Zynisch, spannend, amüsant
Unionsverlag, 2009, 192 Seiten


Elf Uhr, es ist so weit, das Meeting kann beginnen. Am Tisch elf Führungskräfte eines internationalen Unternehmens. Rorty, der Vorstandsvorsitzende, präsentiert Zahlen, Budgets und Umstrukturierungspläne, doch die Gedanken seiner Topleute schweifen ab.


In elf inneren Monologen werden Rachefeldzüge an dem Chef und den Kollegen geschmiedet, geneidet, intrigiert, über das eigene private und berufliche Schicksal lamentiert. Elf verschiedene Beurteilungen der Lage, der Kollegen und Kolleginnen am Tisch, die sich gegenseitig auf Schwächen belauern und nur hoffen, dass ihr Kopf nicht als Nächstes rollt.


Das ist spannend und unterhaltsam zu lesen, pointiert formuliert - und enthält vor allem sehr viele Wahrheiten. Deshalb bleibt beim Lesen auch immer wieder das Lachen im Halse stecken. Denn die Konferenzhölle ist überall. Und jeder, der in großen Unternehmen arbeitet, hat solche erschreckenden Zerfleischungsrituale bereits selber mitgemacht. (ut)

 

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