Literatur am Abend: Montag, 20. Februar, 20 Uhr
Edmund des Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen   
Empfehlung

Michal Viewegh: "Engel des letzten Tages“

Leicht, tiefgründig, klug
Deuticke Verlag, 2010, 128 Seiten


In Tschechien stehen Michal Viehweghs Bücher auf den Bestsellerlisten. In Deutschland wäre es diesem feinen, tiefgründigen Buch in jedem Fall zu wünschen. Ein Engelsquartett hat die Mission, Todgeweihten die letzten Stunden ihres Lebens zu verschönern. Je nach Erfahrung nehmen sie diese Aufgabe mit Unglauben, Ohnmacht oder Zynismus war. Denn ändern können sie nichts.


Karel, der Fahrlehrer, der in einer unglücklichen Ehe verharrt und vom wilden Sex träumt, wird heute sterben. Wie genau dieser Unfall passieren wird der Leser erst am Schluss erfahren. Dann kennt er auch die Rolle von Esther, der Ärztin und eigentlichen Hauptfigur des Buches. Sie hat ihren an Krebs sterbenden Mann Tomas bis zum Schluss zuhause gepflegt. Die Erinnerungen an diese Krankenzeit und Esthers Kampf mit der Trauer gehören zu den stärksten Passagen des Buches.


Unser Leben, so lautet denn auch die Botschaft des Buches, kann jederzeit zu Ende sein. Wir sollten aus jedem Tag das Beste machen. So leicht und doch so nachdrücklich hat man das noch nicht gelesen. (ut)

Weitere Empfehlungen:

Alice Munro: Zu viel Glück
Charles Lewinsky: Gerron
Petra Busch: Schweig still, mein Kind
Peter Stamm: Seerücken
Amos Oz: Geschichten aus Tel Ilan
David Grossmann: Eine Frau flieht vor einer Nachricht
Joachim Zelter: Der Ministerpräsident
Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein
Silvia Bovenschen: Wie geht es Georg Laub?
Philip Roth: Nemesis
Claudia Pinero: Die Donnerstagswitwen
Colm Tóibín: Brooklyn
José Saramago: Die Reise des Elefanten
André Gorz: Brief an D.: Geschichte einer Liebe
Laurent Quintreau: Und morgen bin ich dran
Iris Hanika: Treffen sich zwei
Andrej Longo: Zehn
Richard Yates: Ruhestörung
Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf
Paul Auster: Unsichtbar
Christoph Meckel: Licht
Jedediah Berry: Handbuch für Detektive
Julian Barnes: Nichts, was man fürchten müsste
Elizabeth Hay: Nachtradio
Joyce Carol Oates: Niagara
Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen
Yiyun Li: Die Sterblichen
Mary Ann Shaffer: Deine Juliet
Joey Goebel: Heartland
Don De Lillo: Der Omega Punkt
Gerbrand Bakker: Oben ist es still
Siri Hustvedt: Die zitternde Frau
Christian Mähr: Semmlers Deal
Martin Suter: Der Koch
Margaret Atwood: Der blinde Mörder
Ferdinand von Schirach: Verbrechen
Iris Hanika: Das Eigentliche
Eva Menasse: „Lässliche Todsünden“