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Peter Stamm: "Seerücken“ Melancholisch, schnörkellos, raffiniert 2011, S. Fischer Verlag, 191 Seiten
10 Kurzgeschichten über ganz unterschiedliche Menschen, die mit ihrem Leben und den Umständen hadern, es aber nicht schaffen, sich zu lösen. Bis es einen Anstoß von außen gibt und die vage Hoffnung, dass sich etwas ändern könnte. Da gibt es den Pastor, der Angst vor seiner Gemeinde hat und sich davon auf überraschende Weise löst. Die Klavierlehrerin, die von der großen Karriere als Konzertpianistin träumt. Den Bio-Bauern, der gerne eine Partnerin hätte, und zur richtigen Zeit den richtigen Zug macht. Ihre Geschichten erzählt Peter Stamm in kurzen Sätzen, mal aus der Ich-Perspektive, mal aus der Erzählerperspektive, in Geschichten von 3 bis 30 Seiten. Es sind gut lesbare Episoden, mit kurzweiligen, mitunter surreal anmutenden Begebenheiten über die Herausforderungen des Alltags und das Vermögen der Hauptpersonen, diese zu meistern - oder nicht. Beim oft bitteren Ende, das ein neuer Anfang werden kann, spielen Krankheit und Tod oft eine wichtige Rolle. Das passt zu der Vita des Autors: Peter Stamm, Ende 40, hat Anglistik, Psychologie und Pathopsychologie studiert. Danach reist er um die Welt, arbeitet als Journalist. 1998 erschien sein erstes Buch Agnes. Schon damals beschäftigte er sich mit Scheitern einer Liebe und dem Tod. "Glück macht keine guten Geschichten" sagt Agnes in diesem Buch. Dem Credo ist Stamm treu geblieben. Die oft störende Distanziertheit von damals hat der Autor allerdings hinter sich gelassen. In seinem aktuellen Buch „Seerücken“ – einem Hügelzug am Rande des Bodensees – zeigt er Sympathie und Verständnis für seine Figuren und deren Leben. (ut) | |
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