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Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Zsuzsa Bánk: "Die hellen Tage“

S. Fischer, 541 Seiten, 2011

Über „Die hellen Tage“ der Kindheit und die dahinter liegenden dunklen Geheimnisse von Aja, Seri und Karl erzählt Zsuzsa Bánk in ihrem zweiten Roman, der sich auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises findet.


Die Geschichte des Romans
Die Ich-Erzählerin Seri lernt als Kind Aja kennen, die in einer Baracke lebt und deren Vater, der Artist Zigi, sie und seine Frau Évi nur wenige Monate im Jahr besucht und die restliche Zeit mit dem Zirkus unterwegs ist. Seri und Aja werden beste Freundinnen, wenig später stößt noch Karl dazu und sie verleben gemeinsam diese hellen Tage ihrer Kindheit, obwohl auch Karl und Seri nicht in einer heilen Familienwelt leben: Karls Bruder ist verschwunden und niemand weiß genau, was ihm passiert ist; Seris Vater ist bei einem Unfall ums Leben gekommen.


Die erste Hälfte des Buches kreist um Ajas Mutter Évi, die den drei Kindern viele unbeschwerte Erlebnisse ermöglicht und sie mitsamt ihren Eltern quasi miterzieht. Evi ist das Umherreisen der Roma leid und erarbeitet sich ein sesshaftes Leben in der süddeutschen Provinz. Mit ihrem großen Herz holt sie Karls Eltern ins Leben zurück und bittet auch selbst um Hilfe, wenn sie diese braucht.


Bei ihrem Studium in Heidelberg und Rom erfahren die drei die Grenzen ihrer Freundschaft und werden mit den bislang verdrängten dunklen Tagen ihrer Familien konfrontiert.


Themen des Buches
*Was macht das Glück der Kindheit aus?
*Wie kann eine Freundschaft Kindheit und Jugend überdauern?
*Kann eine Freundschaft zu dritt gutgehen?
*Wie geht man Geheimnissen und dunklen Punkten in der eigenen Vergangenheit oder der Familie um?


Bewertung des Buches
Wir haben uns mit diesem Buch mehrheitlich schwer getan. Die Schilderung der Kindheit der Protagonisten wurde von vielen als Kitsch betrachtet. Zudem fehlte über weite Strecken jede Handlung.


Der Stil des Buches wurde sehr unterschiedlich beurteilt. Während einige die langen Sätze und die bildreiche Sprache als gelungen lobten, haben andere dies und die ständigen Wiederholungen der gleichen Bilder als anstrengend und ermüdend empfunden. (ka)

 

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