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Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Amos Oz: "Judas“

Konstruierte Konflikte in handlungsarmen Buch
Suhrkamp Verlag 2015, 332 Seiten


Die Geschichte
Im Winter 1959/60 befindet sich Schmuel Asch in einer schwierigen Lage. Seine Eltern können ihn bei seinem Studium nicht mehr finanziell unterstützen und seine Freundin heiratet einen anderen. Deshalb nimmt er eine Stelle an, die ihn verpflichtet mit einem meinungsstarken alten Mann namens Gerschom Wald zu diskutieren.


Wald lebt mit der 45-jährigen Atalya, seiner Schwiegertochter zusammen, die den jungen Schmuel sofort in ihren Bann zieht. Schmuel arbeitet während seines Aufenthaltes weiter an seiner Examensarbeit, die sich mit Person des Judas befasst, der sich von einem Spitzel zu einem glühenden Verehrer von Jesus wandelt. Als der alte Mann erkrankt, pflegt Schmuel ihn und erfährt, wie Micha, der Sohn des alten Wald, ums Leben kam.


Stil & Sprache
Oz hat einen sehr knappen, fast lakonischen Schreibstil, der den Leser bei der „Beziehungsgeschichte“ oft allein lässt. Hin und wieder blitzt eine gelungene Formulierung auf, aber das Gefühlsleben der handelnden Personen wird nur sehr karg beschrieben. Zudem häufen sich Wiederholungen und wortgleiche Sequenzen in der Beschreibung von Schmuels Alltag und Aussehen.


Plot & Dramaturgie
Die Geschichte zwischen Schmuel, Ataly und Gerschom ist kaum ausgearbeitet. Trotzdem gelingt es dem Autor einen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Das ist besonders der Rahmenhandlung, in der das Leben des Judas beschrieben wird, geschuldet, die die Geschichte vorantreibt.


Bewertung
Die Bandbreite in der Bewertung reichte von 1,4 bis zu 3,6 Punkten. Nur einige wenige aus unserer Gruppe haben das Buch wirklich gern gelesen. Das Gesamtergebnis lag bei einem Schnitt von 2,7, von 5 möglichen Punkten. (bo)

 

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