Literatur am Abend: Montag, 21. Mai 2012, 20 Uhr
Eugen Ruge: In Zeiten abnehmenden Lichts   
Buchkritik

Richard Price: "Cash“

S. Fischer, 2010, 528 Seiten

Unsere Meinung: Drehbuchartig, realistisch, polarisierend


Die Story:


Die Lower East Side von New York. Polizisten, Diebe und Kneipenvögel steifen durch die Gegend. Die Perspektive wechselt zwischen ihnen. Dann werden drei junge, jeweils künstlerisch ambitionierte Männer von zwei Ghetto-Kids überfallen. Es kommt zu einem Wortwechsel und zu einem Schuss. Aus dem geplanten Raub wird Mord, einer der drei, Ike Markus stirbt und die Kids entkommen. Doch die Aufklärung der Tat ist nicht so einfach.

Die unterschiedlichen von dem Verbrechen berührten Personen: Der einsame Täter Tristan, der frustrierte, sich verweigernde Hauptzeuge Eric Cash, die an vielen Fronten kämpfenden Ermittler Matty Clark und seine Kollegin Yolanda, sowie der verzweifelte, übereifrige Vater des Toten Billy Markus, werden beschreiben und wie von einer Kamera begleitet, bis es begünstigt durch einen Zufall zur Lösung des Falles kommt.


Stil & Sprache:


Die viel gelobten Dialoge und die realistischen, stilistisch „schlanken“ Beschreibungen erinnern stark an ein Drehbuch. Wobei nur zu ahnen ist wie viel von seinem sprachlichen Reiz der Text durch die Übersetzung verliert.


Plot & Dramaturgie:


Der Anfang des Romans liest sich ein wenig sperrig. Erst ab Seite 100, nachdem man die Figuren kennen gelernt hat, setzt die Spannung ein und hält dann aber bis zum Ende an.


Gesamtbewertung:


Dieses Buch polarisiert. Es gibt echte Fans, die Mehrheit unserer Gruppe ist jedoch wenig begeistert. Bewertungen: von 0 (schlecht) bis 5 Sterne (das perfekte Buch).

 

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