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Mirko Bonné - Lichter als der Tag

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Buchkritik

Ned Beauman: "Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort“

Schwarzhumorig, originell, Booker-Prize-Longlist
DuMont 2013, 425 Seiten


Die Story:
Abstrus, pubertär, albern ... Kann uns so Buch gefallen? Es kann! Wenn es sich um „Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort“ von Ned Beauman handelt.


Egon Loeser ist Bühnenbildner in Berlin, wo er eine Vorrichtung zur "augenblicklichen Beförderungen eines Menschen von Ort zu Ort" erfunden hat, deren Einsatz jedoch mit Verletzten endet. Weit stärker als sein Job treibt ihn jedoch die Frage um, wie er es erreichen kann, Adele Hitler („nicht verwandt und nicht verschwägert“) ins Bett zu bekommen, denn dort ist es seit der Trennung von seiner letzten Freundin recht einsam.


Auf der Suche nach Adele kommt Egon über Paris nach Los Angeles, wo er überall Freunde und Bekannte trifft, die vor den Nazis fliehen mussten, was ihn jedoch völlig unberührt lässt. Nachrichten liest er nicht, die deprimieren ihn nur. So nimmt er z.B. an der Bücherverbrennung der Nazis am 10.03.1933 teil, ohne die Bedeutung auch nur ansatzweise zu realisieren.


In Ausschnitten von 1931 bis 1962 erzählt der Roman das Leben eines Egozentrikers an der Grenze zum Unsympathen, dessen Leben zwar durch die Weltgeschichte massiv beeinflusst wird, diese selbst jedoch nur bezogen auf sein eigenes Leben wahrnimmt und so von einer grotesken und peinlichen Situation zur nächsten stolpert – und weiterhin keine Frau in sein Bett bekommt.


Stil & Sprache:
Dabei sprüht der Autor nur vor Ideen, die zwar teilweise tatsächlich abstrus, pubertär und albern sind, jedoch enorm Spaß machen, wenn Egon Loeser z.B. einen Produzenten von Autopolitur kennenlernt, der aufgrund der ständigen Politurdämpfe nicht mehr zwischen Bildern und Realität unterscheiden kann und deshalb nicht nur Fotos von Personen begrüßt sondern auch Bilder von Gurken verspeist.


Weil aber alle wichtigen Themen des Lebens berührt werden, stimmt der Roman trotzdem nachdenklich. Besonders positiv fiel uns auf, dass eine große Anzahl an Handlungsfäden begonnen, jeder davon aber später - meist unerwartet – wieder aufgenommen und zu einem überraschenden Ende geführt wird.


Die Bewertung:
Von acht Lesern aus unserer Gruppe waren sechs von dem Roman sehr angetan, zwei waren unentschieden und ein Mitglied konnte ihm gar nichts abgewinnen, sodass wir insgesamt 3,7 Punkte vergeben. (ka)

 

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