Literatur am Abend: Montag, 15. Januar, 20 Uhr
Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Véronique Olmi: "In diesem Sommer“

Paare in der Krise. Leichtes für den Strand.
Verlag Antje Kunstmann, 2012, 272 Seiten


Die Geschichte
Drei Paare treffen sich in einem Ferienhaus in der Normandie, um wie jedes Jahr den französischen Nationalfeiertag gemeinsam zu feiern.
Delphine und Denis, das Gastgeber-Ehepaar und Eltern von Alex und Jeanne, haben sich mit dem Haus in der Normandie vor Jahren einen Traum erfüllt.
Ihre Gäste sind - wie jedes Jahr - Nicolas und Marie, er Lehrer, sie Schauspielerin und die Journalistin Lola, mit ihrem aktuellen Freund Samuel.
Und so verbringen alle das lange Wochenende auf der Terrasse über dem Meer, beim gemeinsamen Essen im Schatten der großen Kiefer, beim Tennis, schwelgen in Erinnerungen und versuchen ihre vertrauten Rituale zu bewahren, führt ihnen doch das Alter der Kinder vor Augen, wie viel Zeit vergangen ist.


In diesem Jahr ist alles anders: Die Gastgeber stehen kurz vor der Trennung und schaffen es nicht mehr, miteinander zu kommunizieren, ohne die schwelende Aggression spüren zu lassen. Nicolas und Marie schützen sich mit ihrer Liebe vor der traurigen Realität seiner Depression und ihres Karriereendes. Schließlich scheint Lola's Lover ernstere Absichten zu haben, als sie es sich von ihm wünscht.
Und dann taucht noch der rätselhafte junge Dimitri auf, der jedem eine andere Geschichte erzählt und großes Interesse an Jeanne hat. Oder doch nicht?


Stil und Sprache
Kurze Szenarien zu Beginn stellen uns die Protagonisten vor und stimmen uns kurz und knapp auf die Geschichte ein. Vielversprechend! Leider verliert die Geschichte an Tempo, die anfänglich aufgebaute Spannung verliert sich in der französischen Sommerhitze.


Véronique Olmi, eine der bekanntesten Dramatikerinnen Frankreichs, versäumt es, der Geschichte den gewünschten Tiefgang zu verleihen. Auch wenn sie uns hinter die Fassaden der einzelnen Protagonisten blicken lässt, bleibt die wirkliche Wendung aus und uns der Blick in die Seelen verwährt. Das Buch lässt sich einfach lesen und bringt nicht die erwarteten Überraschungen, auf die man, nicht zuletzt durch Dimitris Rolle, gehofft hat.


Unsere Bewertung
So leicht und unspektakulär wie die Geschichte größtenteils empfunden wurde, ist auch unsere Bewertung ausgefallen. Die Noten reichen von 0 (schlecht) bis 5 (sehr gut):


  • Stil und Sprache: 3
  • Konstruktion/Aufbau der Story: gute 3
  • Thema interessant: 3
  • Dramaturgie/Spannung: 2
  • Gern gelesen: 3

Diese fünf Unterpunkte münden in einer guten 3 als Gesamtbewertung. ()

 

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