Literatur am Abend: Montag, 15. Januar, 20 Uhr
Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Nadifa Mohamed: "Black Mamba Boy“

Geographisch literarisches Neuland, thematisch hochaktuell
366 Seiten, C.H. Beck Verlag 2015


Nadifa Mohamed erzählt in Black Mamba Boy das an das Leben ihres Vaters angelehnte Schicksal des somalischen Waisen Jama. Dessen Odysee führt in zwischen 1935 und 1947 durch einen vom Kolonialkrieg gebeutelten afrikanischen Kontinent bis hin nach Europa.


Handlung:
Jama, der früh seine Mutter verliert, wächst im Jemen ohne gesellschaftlichen Halt als Straßenjunge aus. Die Suche nach seinem Vater, der die Familie verlassen hat und im Sudan arbeiten soll, wird für Jahre zu seinem großen, unerfüllten Ziel.


Jama verpflichtet sich als Söldner bei der italienischen Besatzungsarmee. Nach dem willkürlichen Massaker seines Freundes durch einen italienischen Soldaten flieht Jama vor der Rohheit der Kolonialherren weiter nach Ägypten. Dank der Hilfe eines Mannes aus seinem Klan kann er als Seemann auf einem englischen Schiff heuern und reist bis nach Europa, während seine Frau in Äthiopien auf ihn wartet.


Bewertung
In unserem Club erzielte das Buch mit Gesamtnote 3 eine durchschnittliche Bewertung. Die Handlung und vor allem die unbekannten Teile von Afrika, in denen die Geschichte spielt, fanden die meisten von uns interessant.


Aber die Übersetzung samt ihrer überladenen Sprache stieß auf Kritik. Als Debutroman fanden wir dieses Buch dennoch bemerkenswert und das Thema der Flucht sehr aktuell.
(ba)

 

Weitere Kritiken:

Franzobel: Das Floß der Medusa
Julian Barnes: Der Lärm der Zeit
Dorit Rabinyan: Wir sehen uns am Meer
Nathan Hill: Geister
Ian McEwan: Nussschale
Elif Shafak: Der Geruch des Paradieses
Han Kang: Die Vegetarierin
Steven Galloway: Der Illusionist
Jane Gardam: Ein untadeliger Mann
Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
Joost Zwagerman: Duell
Dietmar Dath: Leider bin ich tot
Sascha Reh: Gegen die Zeit
Andreas Kollender: Kolbe
Yiyun Li: Schöner als die Einsamkeit
Monique Schwitter: Eins im andern
Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren
Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter
Amos Oz: Judas
Ludwig Winder: Der Thronfolger
Patrick Modiano: Gräser der Nacht
Carl Nixon: Settlers Creek
David Peace: GB84
Hilary Mantel: Die Ermordung Margaret Thatchers
Jhumpa Lahiri: Das Tiefland
Yasmina Reza: Glücklich die Glücklichen
Margriet de Moor: Melodie d'amour
Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah
Michael Chabon: Telegraph Avenue
Daniel Galera: Flut
Elizabeth Strout: Das Leben natürlich
Terézia Mora: Das Ungeheuer
Uwe Timm: Vogelweide
Leon de Winter: Ein gutes Herz
Ned Beauman: Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort
Juli Zeh: Nullzeit
Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so
Richard Ford: Kanada
Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend
Stephan Thome: Grenzgang
Ursula Krechel: Landgericht
Stephan Thome: Fliehkräfte
Clemens J. Setz: Indigo
Vea Kaiser: Blasmusik Pop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
Germán Kratochwil: Scherbengericht
Véronique Olmi: In diesem Sommer
Toine Heijmans: Irrfahrt
Thomas von Steinaecker: Das Jahr, in dem ich aufhörte mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen
Annette Pehnt: Chronik der Nähe
Anna Katharina Hahn: Am Schwarzen Berg
Olga Grjasnowa: „Der Russe ist einer, der Birken liebt
Eugen Ruge: „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm
Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten
Javier Cercas: Anatomie eines Augenblicks
Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks
Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
Jonathan Lethem: Chronic City
Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
Doron Rabinovici: Andernorts
Ian McEwan: Solar
Marie N´Diaye: Drei starke Frauen
Hans-Ulrich Treichel: Grunewaldsee
Richard Price: Cash
Colum McCann: Die große Welt
Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht
Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr

Alle Buchkritiken