Literatur am Abend: Montag, 15. Januar, 20 Uhr
Mirko Bonné - Lichter als der Tag

Abb. © Verlag
Buchkritik

Kathrin Schmidt: "Du stirbst nicht“

Fest steht:


Sprachlich ist dieses Buch grandios. Knapp, mitleidlos, in kurzen Sätzen, Satzfetzen, beschreibt Kathrin Schmidt die Selbstwahrnehmung ihrer Protagonistin Helene.


Helene, die nach einem Gehirnschlag erwacht, ihre eigene physische und geistigen Beschränkung und die andauernde Entmündigung durch das Pflegepersonal wahrnimmt, analysiert und ironisiert - und doch kaum Chancen hat, sich der Umwelt mitzuteilen. Und sich dann Stück für Stück ihre Identität zurückerobert, sich immer mehr und öfter erinnert an ihr früheres Leben, ihre Lieben, ihre Kinder, ihren Mann und was sie für ihn empfand.   


Einig sind wir uns:


Mindestens ein Drittel hätte man kürzen können, und das Buch hätte gewonnnen. Irgendwann ermüdet das Schlabbern, die Mitteilungen über den hilflosen verschlauchten Körper und das Krankenhaus.   


Würden wir noch mal ein Buch von Kathrin Schmidt lesen?


Nein sagen die, die die ungeschminkte, übergewichtige Helene und die ganze Ostalgie nicht ausstehen konnten – und ähnliches bei anderen Büchern befürchten. Unbedingt, sagen die, die diese Frau unglaublich spannend, lebensbejahend finden und gerne mehr über solche Lebenskünstlerinnen lesen würden. ()

 

Weitere Kritiken:

Franzobel: Das Floß der Medusa
Julian Barnes: Der Lärm der Zeit
Dorit Rabinyan: Wir sehen uns am Meer
Nathan Hill: Geister
Ian McEwan: Nussschale
Elif Shafak: Der Geruch des Paradieses
Han Kang: Die Vegetarierin
Steven Galloway: Der Illusionist
Jane Gardam: Ein untadeliger Mann
Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
Joost Zwagerman: Duell
Dietmar Dath: Leider bin ich tot
Sascha Reh: Gegen die Zeit
Andreas Kollender: Kolbe
Yiyun Li: Schöner als die Einsamkeit
Monique Schwitter: Eins im andern
Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren
Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter
Nadifa Mohamed: Black Mamba Boy
Amos Oz: Judas
Ludwig Winder: Der Thronfolger
Patrick Modiano: Gräser der Nacht
Carl Nixon: Settlers Creek
David Peace: GB84
Hilary Mantel: Die Ermordung Margaret Thatchers
Jhumpa Lahiri: Das Tiefland
Yasmina Reza: Glücklich die Glücklichen
Margriet de Moor: Melodie d'amour
Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah
Michael Chabon: Telegraph Avenue
Daniel Galera: Flut
Elizabeth Strout: Das Leben natürlich
Terézia Mora: Das Ungeheuer
Uwe Timm: Vogelweide
Leon de Winter: Ein gutes Herz
Ned Beauman: Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort
Juli Zeh: Nullzeit
Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so
Richard Ford: Kanada
Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend
Stephan Thome: Grenzgang
Ursula Krechel: Landgericht
Stephan Thome: Fliehkräfte
Clemens J. Setz: Indigo
Vea Kaiser: Blasmusik Pop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
Germán Kratochwil: Scherbengericht
Véronique Olmi: In diesem Sommer
Toine Heijmans: Irrfahrt
Thomas von Steinaecker: Das Jahr, in dem ich aufhörte mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen
Annette Pehnt: Chronik der Nähe
Anna Katharina Hahn: Am Schwarzen Berg
Olga Grjasnowa: „Der Russe ist einer, der Birken liebt
Eugen Ruge: „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm
Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten
Javier Cercas: Anatomie eines Augenblicks
Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks
Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
Jonathan Lethem: Chronic City
Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
Doron Rabinovici: Andernorts
Ian McEwan: Solar
Marie N´Diaye: Drei starke Frauen
Hans-Ulrich Treichel: Grunewaldsee
Richard Price: Cash
Colum McCann: Die große Welt
Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr

Alle Buchkritiken

Buchkritik Kathrin Schmidt: "Du stirbst nicht“
Fest steht:

Sprachlich ist dieses Buch grandios. Knapp, mitleidlos, in kurzen Sätzen, Satzfetzen, beschreibt Kathrin Schmidt die Selbstwahrnehmung ihrer Protagonistin Helene.


Helene, die nach einem Gehirnschlag erwacht, ihre eigene physische und geistigen Beschränkung und die andauernde Entmündigung durch das Pflegepersonal wahrnimmt, analysiert und ironisiert - und doch kaum Chancen hat, sich der Umwelt mitzuteilen. Und sich dann Stück für Stück ihre Identität zurückerobert, sich immer mehr und öfter erinnert an ihr früheres Leben, ihre Lieben, ihre Kinder, ihren Mann und was sie für ihn empfand.   


Einig sind wir uns:


Mindestens ein Drittel hätte man kürzen können, und das Buch hätte gewonnnen. Irgendwann ermüdet das Schlabbern, die Mitteilungen über den hilflosen verschlauchten Körper und das Krankenhaus.   


Würden wir noch mal ein Buch von Kathrin Schmidt lesen?


Nein sagen die, die die ungeschminkte, übergewichtige Helene und die ganze Ostalgie nicht ausstehen konnten – und ähnliches bei anderen Büchern befürchten. Unbedingt, sagen die, die diese Frau unglaublich spannend, lebensbejahend finden und gerne mehr über solche Lebenskünstlerinnen lesen würden. ()

Weitere Kritiken:

Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr
Colum McCann: Die große Welt
Richard Price: Cash
Hans-Ulrich Treichel: Grunewaldsee
Marie N´Diaye: Drei starke Frauen
Ian McEwan: Solar
Doron Rabinovici: Andernorts
Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
Jonathan Lethem: Chronic City
Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks
Javier Cercas: Anatomie eines Augenblicks
Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten
Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe
Eugen Ruge: „In Zeiten des abnehmenden Lichts“
Olga Grjasnowa: „Der Russe ist einer, der Birken liebt
Anna Katharina Hahn: Am Schwarzen Berg
Annette Pehnt: Chronik der Nähe
Thomas von Steinaecker: Das Jahr, in dem ich aufhörte mir Sorgen zu machen und anfing zu träumen
Toine Heijmans: Irrfahrt
Véronique Olmi: In diesem Sommer
Germán Kratochwil: Scherbengericht
Vea Kaiser: Blasmusik Pop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
Clemens J. Setz: Indigo
Stephan Thome: Fliehkräfte
Ursula Krechel: Landgericht
Stephan Thome: Grenzgang
Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend
Richard Ford: Kanada
Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so
Juli Zeh: Nullzeit
Ned Beauman: Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort
Leon de Winter: Ein gutes Herz
Uwe Timm: Vogelweide
Terézia Mora: Das Ungeheuer
Elizabeth Strout: Das Leben natürlich
Daniel Galera: Flut
Michael Chabon: Telegraph Avenue
Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah
Margriet de Moor: Melodie d'amour
Yasmina Reza: Glücklich die Glücklichen
Jhumpa Lahiri: Das Tiefland
Hilary Mantel: Die Ermordung Margaret Thatchers
David Peace: GB84
Carl Nixon: Settlers Creek
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Ludwig Winder: Der Thronfolger
Amos Oz: Judas
Nadifa Mohamed: Black Mamba Boy
Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter
Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren
Monique Schwitter: Eins im andern
Yiyun Li: Schöner als die Einsamkeit
Andreas Kollender: Kolbe
Sascha Reh: Gegen die Zeit
Dietmar Dath: Leider bin ich tot
Joost Zwagerman: Duell
Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
Jane Gardam: Ein untadeliger Mann
Steven Galloway: Der Illusionist
Han Kang: Die Vegetarierin
Elif Shafak: Der Geruch des Paradieses
Ian McEwan: Nussschale
Nathan Hill: Geister
Dorit Rabinyan: Wir sehen uns am Meer
Julian Barnes: Der Lärm der Zeit
Franzobel: Das Floß der Medusa