Literatur am Abend: Montag, 21. Mai 2012, 20 Uhr
Eugen Ruge: In Zeiten abnehmenden Lichts   
Buchkritik

Kathrin Schmidt: "Du stirbst nicht“

Fest steht:


Sprachlich ist dieses Buch grandios. Knapp, mitleidlos, in kurzen Sätzen, Satzfetzen, beschreibt Kathrin Schmidt die Selbstwahrnehmung ihrer Protagonistin Helene.


Helene, die nach einem Gehirnschlag erwacht, ihre eigene physische und geistigen Beschränkung und die andauernde Entmündigung durch das Pflegepersonal wahrnimmt, analysiert und ironisiert - und doch kaum Chancen hat, sich der Umwelt mitzuteilen. Und sich dann Stück für Stück ihre Identität zurückerobert, sich immer mehr und öfter erinnert an ihr früheres Leben, ihre Lieben, ihre Kinder, ihren Mann und was sie für ihn empfand.   


Einig sind wir uns:


Mindestens ein Drittel hätte man kürzen können, und das Buch hätte gewonnnen. Irgendwann ermüdet das Schlabbern, die Mitteilungen über den hilflosen verschlauchten Körper und das Krankenhaus.   


Würden wir noch mal ein Buch von Kathrin Schmidt lesen?


Nein sagen die, die die ungeschminkte, übergewichtige Helene und die ganze Ostalgie nicht ausstehen konnten – und ähnliches bei anderen Büchern befürchten. Unbedingt, sagen die, die diese Frau unglaublich spannend, lebensbejahend finden und gerne mehr über solche Lebenskünstlerinnen lesen würden.

 

Weitere Kritiken:

Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm
Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten
Javier Cercas: Anatomie eines Augenblicks
Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks
Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
Jonathan Lethem: Chronic City
Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
Doron Rabinovici: Andernorts
Ian McEwan: Solar
Marie N´Diaye: Drei starke Frauen
Hans-Ulrich Treichel: Grunewaldsee
Richard Price: Cash
Colum McCann: Die große Welt
Stefan Thome: Grenzgang
Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr

Alle Buchkritiken

Buchkritik Kathrin Schmidt: "Du stirbst nicht“
Fest steht:

Sprachlich ist dieses Buch grandios. Knapp, mitleidlos, in kurzen Sätzen, Satzfetzen, beschreibt Kathrin Schmidt die Selbstwahrnehmung ihrer Protagonistin Helene.


Helene, die nach einem Gehirnschlag erwacht, ihre eigene physische und geistigen Beschränkung und die andauernde Entmündigung durch das Pflegepersonal wahrnimmt, analysiert und ironisiert - und doch kaum Chancen hat, sich der Umwelt mitzuteilen. Und sich dann Stück für Stück ihre Identität zurückerobert, sich immer mehr und öfter erinnert an ihr früheres Leben, ihre Lieben, ihre Kinder, ihren Mann und was sie für ihn empfand.   


Einig sind wir uns:


Mindestens ein Drittel hätte man kürzen können, und das Buch hätte gewonnnen. Irgendwann ermüdet das Schlabbern, die Mitteilungen über den hilflosen verschlauchten Körper und das Krankenhaus.   


Würden wir noch mal ein Buch von Kathrin Schmidt lesen?


Nein sagen die, die die ungeschminkte, übergewichtige Helene und die ganze Ostalgie nicht ausstehen konnten – und ähnliches bei anderen Büchern befürchten. Unbedingt, sagen die, die diese Frau unglaublich spannend, lebensbejahend finden und gerne mehr über solche Lebenskünstlerinnen lesen würden. ()

Weitere Kritiken:

Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr
Stefan Thome: Grenzgang
Colum McCann: Die große Welt
Richard Price: Cash
Hans-Ulrich Treichel: Grunewaldsee
Marie N´Diaye: Drei starke Frauen
Ian McEwan: Solar
Doron Rabinovici: Andernorts
Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
Jonathan Lethem: Chronic City
Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage
Thomas Wolfe: Die Party bei den Jacks
Javier Cercas: Anatomie eines Augenblicks
Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten
Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm
Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen
Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe