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Buchkritik

Alex Schulman: "Die Überlebenden“

dramatisch, berührend, großartig
dtv, 2021, 302 Seiten


In Schweden ist Alex Schulman als Autor und Talkshow-Moderator bestens bekannt. Neben vielen Kolumnen, Shows und Web-Blogs hat er bereits neun Bücher veröffentlicht. Eines seiner Themen ist das Verhältnis zu seiner Mutter, die sich früh in den Alkohol flüchtete und für ihr Kind oft nicht erreichbar war. Sein aktueller Bestseller „Die Überlebenden“ hat jetzt auch hierzulande Erfolg – und unseren Literaturkreis durchweg begeistert.


Handlung:
Der Roman handelt von drei Brüdern. Diese kehren als Erwachsene an den Ort ihrer Kindheit zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. In dem Ferienhaus am See haben sie mit den Eltern viele Sommer verbracht. Auf den ersten Blick ein schwedisches Idyll. Doch die Erinnerung an diese Zeit ist bei allen dreien schrecklich: Die Mutter und der inzwischen verstorbene Vater waren ihnen gegenüber oft lieblos, gleichgültig, grob. Die Kinder mussten um die Liebe der Eltern wetteifern und entfernten sich dabei immer weiter voneinander.


Aufbau:
Der Roman setzt ein mit einer Prügelei dreier Brüder mittleren Alters am See – und erzählt dann in Rückblenden die Geschichte dieser Männer. Die Rückblende-Kapitel wechseln sich ab mit der gegenläufigen Geschichte. Die beginnt in der Vergangenheit. Sie erzählt die Kindheit der Brüder mit ihren Eltern am See - mit ihrer Angst und ihren verzweifelten Versuchen, ihre Eltern im alltäglichen Grauen zu erreichen. Beide sind Trinker. Die gegenläufigen Handlungsstränge machen den Roman anfangs unübersichtlich, aber auch extrem dicht und spannend zu lesen.


Bewertung:
„Die Überlebenden“ hat gute Rezensionen erhalten. Die SZ findet den Text als Familienroman „großartig, intensiv und mit einem enormen Sog. Er legt die Unfähigkeit der Erwachsenen wie die Ängste der Kinder in allen Nuancen offen, ihre ungestillten Sehnsüchte wie ihre mal spielerische, mal unerbittliche Konkurrenz“. NDR Kultur ist begeistert von dem „meisterhaften, formstrengen, tief anrührenden Buch.“


Auch die Shortlist fand diesen Familienroman absolut lesenwert und vergab vor allem Bestnoten für den grandiosen Aufbau und die Dramaturgie. Auch Handlung, Sprache und Stil sowie Thema haben wir durchweg gut bewertet. Mit 4,2 Punkten von 5 möglichen insgesamt erreichte „Die Überlebenden“ damit eine der besten Bewertungen der letzten zwölf Monate.
(ut)

 

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